KUNZILLA - Godzilla ist was von gestern.

Review: Metallica – Death Magnetic

metallica - death magneticWie angekündigt, werde ich nun meine kritische Meinung zum besten geben.

Ab heute steht Death Magnetic in den Plattenläden und erfreut sich, laut mehrere Quellen, einer bombastischen Beliebtheit.

“Ein wahrer Meilenstein für alte und neue Fans.”

Metallica: “Wie eine Band sich selbst fand”

Die Geschichte von Death Magnetic ist beinahe so lang, wie sie tragisch ist. Das neue Album ist das Produkt einer Band, die bereits ganz oben war, ebenso wie ganz unten. Das neue Album erscheint wie das auferstehen eines Phönix; aus der Asche auferstanden. Metallica hatte im Jahr 2001 ein massives Tief zu beklagen. Jason Newsted, jetztiger Ex-Bassist von Metallica, begann an einem Nebenprojekt zu arbeiten, welches den Namen “Echobrain” trug. Es war eine neue Band mit neuen Mitgliedern und einer neuen Musikrichtung. James Hetfield, Sänger von Metallica, empfand dieses Vorhaben, auch wenn niemand es als eine Gefahr für Metallica gesehen hat, als eine Art “Warnung” und hat Jason zur Wahl gestellt: Metallica oder Echobrain. Jason sah das ganze mit anderen Augen und meinte zu dieser Aufforderung nur: “Es ist schade, dass wir nach all dem was wir durchgemacht haben nicht in der Lage sind uns zu vertragen. Wie sollte dieses kleine Projekt ein Monster wie Metallica schädigen?” Jason verlies Metallica.

Metallica stand zu diesem Zeitpunkt an einem Punkt, wo sich die Mitglieder fragten: Warum machen wir das alles eigentlich noch? Metallica begann mit der Produktion, allerdings ohne richtigen Bassisten, des damals neuen Albums “St. Anger”, welches trotz fehlender Riff’s und den üblichen Texten von Metallica ein Erfolg wurde. St. Anger gilt bis heute als ein “Test für die Band”, oder besser gesagt als Experiment.

Metallica machte sich auf die Suche nach einem neuen Bassisten. Nach etlichen Soundchecks und vielen Gesichtern aus der Szene, gab es jemanden, der sofort in das Bild und die Vorstellungen von Metallica passte, sein Name lautet Robert Trujillo, ehemaliger Bassist von Ozzy Osbourne. Heute heißt es: Es ist das Mitglied der Band, welches wir seit dem Tod von Cliff Burton nicht mehr hatten.

Metallica begann damit, Robert in die Band zu integrieren. Es folgten etliche Live-Auftritte, auch Rock am Ring 2006 und 2008, bei denen sich Robert bereits sehr gut in die Band integriert hatte.

2006 begannen bereits die ersten Arbeiten am neuen Album, dem Nachfolger von St. Anger.

Metallica sieht die Arbeit, die Gedanken und den Ehrzeig, der in die Produkt von Death Magnetic geflossen ist, als den gesamten Prozess, den Metallica seit gut 7 Jahren durchgemacht hat. Fallen, kämpfen, aufstehen!

Soviel zu den letzten Jahren von Metallica. Ich denke ich musste einigen mal erklären, warum das neue Album einen solchen ernormen Hype ausgelöst hat und auch noch lange mit sich tragen wird.

Nun zum Review von Death Magnetic!

1. That Was Just Your Life

Das Album beginnt mit dem Herzschlag, was ein sehr passender Teaser für das Album ist, da das Album das Thema Tod / Schicksal und Schmerz anspricht. Bereits zu Beginn ist der alte Style von Metallica schon raus zu hören. Schnelle Drums und elegant geniale Riff’s direkt zu Beginn des Albums; das kann ja nur gut werden! Ein passender Einspieler für das Album.

2. The End Of The Line

Bereits auf etlichen Live-Events wurde der Anfand des Liedes angespielt, damals noch unter dem Namen “The New Song”. Klingt ein wenig nach dem Sond “…and Justice for all”. Ein sehr dynamisches und mit sehr guten Riff’s bestücktes Lied.

3. Broken, Beat & Scarred

Der Anfang erinnert stark an “The Shortest Straw”, wie ich finde. Hier finde ich die Strophen und den Gitarrensound verdammt gut gelungen. Ein wirklich smashiger Sound, der Lust auf mehr Death Magnetic macht.

4. The Day That Never Comes

Bereits vor einigen Tagen als Single erschienen und sehr viel Hoffnung auf das neue Album geweckt. Es ist gleichzeitig auch das thematisch gefühlvollste Stück auf der Platte. Auf Grund des dazu erschienen Videos, kennen wir nun auch das beabsichtigte Thema dieses Liedes. Es geht um den aktuellen Krieg zwischen den USA und dem mittleren Osten und dass man auch mehr Menschlichkeit zeigen sollte, auch als Soldat. Ein sehr gutes Video, hierzu das passende Video:

5. All Nightmare Long

Ja, was soll ich sagen? Dieses Lied hat es mir angetan! Ich weiß nicht warum genau dieses Lied, aber es gefällt mir in Sachen Lyric, Riff’s und vor allem Drums am aller besten. Es ist für mich eine Mischung aus vielen Liedern vom schwarzen Album und St. Anger. Ein Meisterstück! Auch hier muss man die neuen Skills von Lars Ulrich, dem Drummer von Metallica, in den Vordergrund heben, denn solche Passagen wie in diesem Lieb waren in der Vergangenheit ein nicht immer lösbares Problem.

6. Cyanide

Eines vorweg, der Bass wird verdammt genial gespielt und klickt einfach nur wie: “A wall of gitarre’s” (Eine Wand / Welle von Gitarren) Gefällt mir sehr gut! Ist aber leider das einzige Stück auf der Platte, was mir als erstes irgendwann nicht mehr so gefiel, obwohl ich es immernoch sehr gerne höre. Hier spielt eindeutig der Bass eine sehr tragende Rolle; gefällt mir!

7. The Unforgiven III

Gänsehaut und große Spannung; das war das was ich mir vom dritten Teil der Unforgiven Reihe versprochen habe. Wurde dies erfüllt? Spannung definitiv! Gänsehaut? Das Lied beginnt einfach nur göttlich; Piano und leichte Streicher-Sounds preisen schonmal den gewaltigen Sound an, der uns erwarten wird. Dann das Gitarren-Solo; einfach nur zum schreien geil!!! Der Gesang ist absolut passend und auch entsprechend umgesetzt worden, passend zur Stimmung des Themas. Es liegt wohl an der Vergangenheit, aber dieses Lied erscheint mir an einigen Stellen etwas zu “fröhlich”, was ich nicht erwartet hätte. Aber ich glaube, das wird daran liegen, das wir aus Teil eins und zwei etwas anderes gewöhnt waren. Ein absoluter Kracher das Lied; Emotionen und Metallica-Like Sound vereint zu einem Lied wie viele Fans es sich immer gewünscht haben!

8. The Judas Kiss

Wie ein Sturm an Sounds, so beginnt dieser Track. Ich habe mich nach Veröffentlichung der Setlist immer wieder gefragt was “Judas Kiss” bedeuten soll. Ich weiß es bis heute noch nicht, da ich hier kaum auf Texte geachtet habe, um ehrlich zu sein. Ein sehr gelungenes Stück, endlich wieder Solos von Kirk und sehr sehr saubere Drums! Genial!

9. Suicide & Redemption

Für mich das eigentliche Masterpiece des Albums. Es hat etwas, was kein anderes Lied hat. Oder sollte ich besser sagen, es hat etwas nicht was andere haben? Es hat keinen Gesang! Soll nicht bedeuten dass ich die Stimme von James nicht gut finde, ganz im Gegenteil, verdammtes Gegenteil! Es ist eines der Stücke, was immer so klingen wird, wie es sich heute anhört. Keine Stimme eines Menschen die altert, es ist ein Sound der “so wie er ist” auch in 20 Jahren noch gespielt werden kann, daher ein wirkliches Geschenk. Ich empfinde das Lied als sehr emotional, obwohl es keinen Gesant hat; aber ca. der Hälfte des Liedes gibt es einige wirklich mitreißende Gitarrensolos, die es in sich haben. Sie lassen in mir das Gefühl von “Mir gehts dreckig, aber ich halte durch!” hoch kommen, und so etwas liebe ich! Für mich trägt es eigentlich den Titel “To live is to die II”, was das wohl emotionalste Lied von Metallica sein dürfte, erschienen auf der “…and justice for all”-Platte, zum angedenken an den kurz vorher verstorbenen Bassisten Cliff Burton. Gänsehaut-Feeling pur! Ein MUSS für jeden!

10. My Apocalypse

Wie ein Panzer, so kommt das 10. und letzte Lied des Albums daher. Es ist mit Abstand das härteste und schnellste Lied von allen. Einfach nur Vollgas und durch, heißt es hier. Es ist vergleichbar mit “enter sandman” vom schwarzen Album. Sehr cooles Lied, zu empfehlen :)

Fazit

METALLICA! (Mehr kann man nicht dazu sagen – Es ist einfach göttlich geil und besser als jede Erwartung)

Ich danke euch für das Lesen des Artikels, es ist mit Abstand der längste Artikel den ich hier jemals verfasst habe, aber ich glaube das war ich Metallica einmal schuldig. Metal up ur’ ass!

3 Responses to “Review: Metallica – Death Magnetic”

  1. Blacky Says:

    Ich darf n bisserl korrigieren: Oben schreibst du “… neuen Albums “St. Angerâ€?, welches trotz fehlender Riff’s…”. Wenn St.Anger schon vieles nicht hat, Riffs hats en masse… du meinst Solos ;) .

    Zu deiner Rezension: Kann dir großteils ohne Bedenken zustimmen! Vor allem deine Aussage bezüglich “All Nightmare Long” teile ich voll und ganz, auch bei mir ist es das Teil, dass sich am schnellsten in mein Ohr gegraben hat. Saugeiles Riffing und peitschende Lyrics (Cause we hunt you down without mercy!).
    Zu Cyanide: Mir gefällt die Endversion wesentlich besser, als die “Teaser”-Version, die sie oft auf Festivals und Konzerten in den letzten 2 Jahren gezockt haben, abgehört hab ich mich auch noch nicht daran.
    The Judas Kiss? Der Text bezieht sich auf Verrat durch Versuchung: Judas, der vom Teufel verführt wurde um Jesus zu verraten (nein, ich bin kein Gläubiger^^)… nur in nem anderen Kontext/Stil, vom Gesang her wird der Zuhörer aufgefordert alles zu verraten, wenn es ohnehin keinen Sinn mache und alles gegen einen arbeite.
    Suicide & Redemption: Jou, auch ich war von den Socken, vor allem da ich finde, dass Metallica hier anders spielen als je zuvor… nicht vom Sound her, sondern von der Komposition her. Saugeiles Ding!
    My Apocalypse: Hier scheiden sich unser beider Geister… meiner Meinung nach der schwächste Titel. Er poltert bloß vor sich hin und klingt in meinen Ohren ehrlich gesagt wie ein besser aufgenommenes Stück von St.Anger… mir gefällt er ganz und gar nicht. Hat mit Abstand die geringste Abwechslung in der Gitarrenarbeit. Live isser bestimmt besser, weil er eig. gut zum moshen ist, aber sie hatten schon wesentlich bessere Rausschmeißer auf ihren Alben. Wenn man so will ist es im Verhältnis zu deiner Rezension mein eigenes “Cyanide” ;) .

  2. KUNZILLA Says:

    Hi Blacky,

    danke für dein ausführliches Kommentar, selten dass sich jemand so viel Zeit nimmt zum bewerten meiner Arbeit. Danke erstmal hier für :)

    Naja, My Apocalypse… Es ist definitiv einer der schwächsten Stücke, gebe ich Dir Recht. Der Hintergrund zu “Sehr cooles Lied, zu empfehlen” ist, dass es abschließend das ganze Album noch einmal aufmischt und es dort verdammt schnelle Passagen im Song gibt, die nochmal richtig Speed drauf haben. Zum Gesang etc muss ich Dir auch Recht geben, ist sehr einseitig.

    Ich finde, und das ist das wichtigste, das Album zeigt mal wieder dass die Jungs trotz mittlerweile doch angehobenen Alters immernoch so sind wie damals und das bewundere ich. Ich mein, hey, die Jungs haben Familien und so etwas ist verdammt wichtig. Wenn sich eine Band, die schon alles hat, noch einmal so verdammt nochmal zusammenreißen kann, kann ich dafür nur Bewunderung zeigen. Einfach eine Wohltat, sich dieses Album zu kaufen. Denn da weiß man, für welche Art Menschen und Musik man dieses Geld auf die Theke legt. Für mich einfach ein Stück Ehrlichkeit, was ich da kaufe.

    Nochmal danke für dein Kommentar. Finde ich klasse Dein Kommentar!
    Lass auch in Zukunft was von Dir hören, weil so jemanden wie Dich braucht Kunzilla :)

    Danke!

    Gruß, Sebastian

  3. Blacky Says:

    Naja, ich muss ihnen (also Metallica) doch ankreiden, dass sie ne besser abgemischte Version des Albums über n Videospiel vertreiben (wars Guitar Hero oder Rock Band?!? bin grad nicht sicher) und obendrein nen unverschämten Preis für a) die Sarg-Edition und b) die “Vorverkaufsversion” mit Zugang zu Mission: Metallica verlangen… andere Bands packen ne DVD mit Making-Of und/oder Gigs in voller Länge mit in die Digipak-Versionen, bei Death Magnetic ist lediglich die Verpackung schöner… bei St.Anger haben sie doch auch ne DVD dazu gepackt, warum auch nicht hier? Sie verlangen schon unverschämt viel Kohle für ihre Kunst, das sieht man auch an den Preisen für ihre Konzert-Tickets. Sie SIND zwar ne verdammt gute Band, aber ich finde sie könnten schon ein bisschen von ihrer Kommerz-Schiene abweichen, denn momentan erscheinen sie schon recht geldgeil.

    Für mich zählt aber letztlich die Musik und ich hatte schon tierisch Angst, dass sie nach St.Anger nix mehr gebacken bekommen und nur noch Mist produzieren. Momentan mäkeln viele grundsätzlich am Sound des neuen Albums. Ich find den auch net so gelungen, aber die Musik selber ist klasse. Andere Alben klangen um Welten besser, aber hier haben sie sich wieder gefunden und klingen wieder wie ne Band. Das letzte echte Album vor DM war meiner Meinung nach ohnehin ReLoad (super Produktion, super Musik, auch wenns das Fanlager gespalten hat… mir hats gefallen!).

    Danke übrigens für die Blumen. Sonst beschweren sich oft Leute über die Länge meiner Kommentare^^… wenigstens mal jemand, der meine schriftlichen Ergüsse zu würdigen weiß, hehe.

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